ZAHNPASTA SELBER MACHEN

Zahnpastatube und Holz-Zahnbürste auf Bambusblatt

Immer mehr Menschen möchten Ihre Zahnpasta selber machen. Zahlreiche Webseiten, Foren und Blogs haben dieses Thema bereits aufgegriffen und bieten entsprechende Rezepte an, mit denen Sie Ihre Zahnpasta selber machen können. Unter den Zutaten befinden sich oft einfache Lebensmittel wie Kokosöl, Kurkuma und Zitronensaft, sodass Sie die Creme in wenigen Minuten praktisch direkt auf Ihre Zahnbürste löffeln können. Ob das allerdings so sinnvoll ist, möchten wir als etablierte Zahnarztpraxis in Ingolstadt einmal überprüfen – schließlich möchten wir, dass Sie Ihre Zähne richtig pflegen.

Mit natürlichen Zutaten Zahnpasta selber machen

Wenn Sie Ihre Zahnpasta selber machen, stoßen Sie auf allerhand natürlicher Inhaltsstoffe. Diese natürlichen Inhaltsstoffe sind allerdings nicht automatisch gesund. Nehmen wir als Beispiel zunächst Natron. Das Speisesoda verfügt über reinigende Eigenschaften und neutralisiert die Säuren im Mund, was den Zähnen angeblich zugutekommt. Gleichzeitig sind grobe Schleifkörper im Natron enthalten, die über die Reinigung hinaus den Zahnschmelz abtragen können, was die Zahnsubstanz direkt angreift. Einen ähnlichen negativen Effekt bringt stark säurehaltiger Zitronensaft, der häufig empfohlen wird, um Zahnpasta selber zu machen.

Möchten Sie Ihre weißen Zähne fördern, locken viele DIY-Zahnpasten mit Kurkuma. Das traditionell indische Gewürz hat eine aufhellende Wirkung auf die Zähne – zumindest, wenn die Zahnoberflächen der Zähne gesund sind. Werden diese von Natron, Zitronensaft oder anderen Einflüssen angegriffen, kann der Farbstoff Curcumin zu einer gelben Verfärbung der Zähne führen. Deshalb wird beispielsweise bei Zahnimplantaten grundsätzlich von Kurkuma abgeraten.

Bewährte Alternativen

Ein generelles Problem der Selfmade-Zahnpasta liegt in der Dosierung der verschiedenen Zutaten. Wie möchten Sie Ihre Zahnpasta selber machen, wenn auf einer Seite von zehn Gramm und auf der nächsten Seite von 15 Gramm die Rede ist? Hier herrscht große Uneinigkeit, weil in diese Richtung schlicht kaum geforscht wurde, schließlich haben sich die Alternativen seit jeher bewährt. Die Zahnpasta aus dem Handel kämpft seit über 100 Jahren darum, den wirksamsten Schutz zu gewährleisten. Ein wichtiger Faktor dafür ist Fluorid. Das Spurenelement finden Sie auf keiner Zutatenliste, wenn Sie Zahnpasta selber machen, obwohl es der wohl wichtigste Inhaltsstoff ist. Durch Fluorid werden Ihre Zähne vor Karies geschützt, es remineralisiert den Zahnschmelz und es dient dazu als eine Art Schutzfilm für Ihre Zähne, wodurch Angriffe von Säuren abgewehrt werden.

Aus diesen Gründen raten wir Ihnen dringend davon ab, Ihre Zahnpasta selber zu machen. Natürlich können Sie die Rezepte einmal testen, falls Sie an dem Geschmack und der Konsistenz Interesse haben, allerdings empfehlen wir, im Anschluss nochmal zur normalen Zahnpasta aus der Tube zu greifen. Diese hat sich über viele Jahre etabliert und wird stetig weiterentwickelt, um Ihnen den bestmöglichen Schutz vor Parodontitis und Co. zu bieten.


21. Juni 2022